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Krebs

Krebs

Es ist anzunehmen, dass Krebs die Menschen schon immer betroffen hat. Seine relative Bedeutung wurde jahrhundertelang durch einen frühen Tod aufgrund von Infektionskrankheiten überschattet. Mit der zunehmenden globalen Entwicklung ist Krebs jedoch zu einer der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit des 21. Jahrhunderts geworden. Die Häufigkeit der Krebserkrankungen wird voraussichtlich weiter von jährlich 19 Millionen Fällen im Jahr 2020 auf rund 30 Millionen Fälle im Jahr 2040 ansteigen (1). Als Krebs werden eine Gruppe von Krankheiten zusammengefasst, die durch unkontrolliertes Zellwachstum in verschiedenen Geweben des Körpers gekennzeichnet sind.

 

Risikofaktoren für Krebs

Es gibt viele bekannte Risikofaktoren für die Krebsentstehung. Dazu gehören das Alter, Tabakkonsum, Alkoholkonsum, Übergewicht, geringe körperliche Aktivität, Sonneneinstrahlung und Umweltverschmutzung. Viele Aspekte der Ernährung beeinflussen das Krebsrisiko, einige negativ, andere positiv. Gewichtszunahme und Fettleibigkeit werden mit einem erhöhten Risiko für 12 verschiedene Krebsarten in Verbindung gebracht (2).

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Wissenschaftlicher Kenntnisstand zu Zucker

Der wissenschaftliche Konsens globaler öffentlicher Gesundheitsorganisationen, darunter des World Cancer Research Fund (WCRF) ist, dass Zucker (Gesamtzucker, zugesetzte oder freie Zuckerarten) Krebs nicht direkt verursacht (3–5). Gewichtszunahme und Adipositas sind etablierte Risikofaktoren für Krebs (2). Eine Gewichtszunahme resultiert aus einem übermäßigen Konsum von Kalorien aus beliebigen Lebensmitteln oder Getränken. Kohlenhydrate, Fette, Proteine und Alkohol liefern sämtlich Kalorien in der Ernährung. Der WCRF und das American Institute for Cancer Research (AICR) beteuern, dass eine Zuckeraufnahme nur indirekt mit Krebs in Verbindung gebracht werden könnte – nämlich über das Potenzial von Zucker, bei übermäßigem Verzehr überschüssige Kalorien bereitzustellen (6,7,8,9). Daher basiert die öffentliche Gesundheitskommunikation von WCRF und AICR zu Zucker und Krebs auf diesem indirekten Zusammenhang; Es gibt keine Belege dafür, dass Zucker direkt Krebs verursachen (6,8,9).

Zucker als Nahrung für Krebszellen: ein Irrglaube

Glukose (ein Einfachzucker) ist ein Nährstoff, der von Krebszellen in großen Mengen verbraucht wird. Es ist bekannt, dass Krebszellen Stoffwechselwege umleiten, um ihren Energiebedarf zu decken. Dies hat zu dem Irrglauben geführt, dass eine Einschränkung oder der Verzicht auf Zucker in der Ernährung das Krebswachstum verhindern oder verlangsamen würde (6,7). Allerdings nutzen alle Zellen Glukose als Energiequelle, und der Körper hält den Blutzuckerspiegel stets auf einem konstanten Niveau (weder zu hoch noch zu niedrig), um sicherzustellen, dass alle Zellen über eine konstante Energiequelle verfügen (6). Das US-amerikanische National Cancer Institute verweist darauf, dass es keine Belege aus Humanstudien gibt, dass der Verzehr von Zucker das Krebswachstum beschleunigt oder dass eine zuckerfreie oder zuckerarme Ernährung dazu führt, dass der Krebs schrumpft oder verschwindet (7).

 

Referenzen

1. World Health Organization: Regional Office for Europe. World Cancer Report: cancer research for cancer development. IARC; 2020. 

2. Body fatness, weight gain and the risk of cancer. WCRF International. https://www.wcrf.org/dietandcancer/body-fatness-and-weight-gain-and-the-risk-of-cancer/

3. WCRF International. Non-alcoholic drinks and cancer risk. WCRF International. 2018 https://www.wcrf.org/diet-activity-and-cancer/risk-factors/non-alcoholic-drinks-and-cancer-risk/

4. Scientific Advisory Committee on Nutrition. Carbohydrates and Health. London: Published for Public Health England from the Stationery Office; 2015. 

5. European Food Safety Authority. Outcome of the public consultation on a draft protocol for the Scientific Opinion on dietary sugars. EFSA Support Publ. 2018;15(8):1455E. 

6. American Institute for Cancer Research. The Sugar and Cancer Connection. https://www.aicr.org/news/the-sugar-cancer-connection/

7. Common Cancer Myths and Misconceptions - National Cancer Institute. 2023. https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/myths

8. World Cancer Research Fund International. Limit sugar sweetened drinks. https://www.wcrf.org/dietandcancer/limit-sugar-sweetened-drinks/

9. World Cancer Research Fund. Avoid food and drink that’s high in calories. https://www.wcrf-uk.org/preventing-cancer/our-cancer-prevention-recommendations/avoid-high-calorie-foods/